Die Präsidentin zu Besuch bei den Kindern von More Africa (ein Bericht von ihr verfasst)
- 20. Juli 2025
- 2 Min. Lesezeit


«Es könnte sein, dass dich ein paar Kinder zur Begrüssung anspringen.» Mit diesem Satz im Kopf trete ich hinter Saida in ein Schulzimmer von «More Africa». Und tatsächlich: einige Kinder schauen neugierig in unsere Richtung, und schon läuft ein Junge freudig auf mich zu und umarmt mich. Weitere Kinder folgen, umarmen mich oder geben mir die Hand. In der Zwischenzeit hat Saida ihren nächsten Patienten von einer Matte auf dem Boden aufgehoben. Es ist Manswab, ein 6-jähriger Junge.
Saida trägt ihn ins Behandlungszimmer, denn der Junge ist auf dem Entwicklungsstand eines Babys und auch viel zu klein für sein Alter. Er kann nicht einmal seinen Kopf selber halten. In der Therapie wird auf die Kopfkontrolle hingearbeitet und ausserdem der ganze Körper durchbewegt. Wie klein und zerbrechlich dieser Körper wirkt! Manswab scheint die Therapie zu geniessen und gibt Babylaute von sich. In Bauchlage versucht er, den Kopf zu heben und sich vorwärts zu bewegen. Für das Training der Kopfkontrolle wird er in eine Art Holzsitz gesetzt. Saida stützt ihn und Wizzy bimmelt mit einem Glöckchen, so dass der Junge seinen Kopf neugierig in Richtung des Geräusches dreht. Die Anstrengung ist ihm anzusehen, immer wieder lässt er seinen Kopf erschöpft fallen. Dann probiert er es erneut. Schliesslich ist die Therapiezeit um und Manswab wird ins Schulzimmer zurück gebracht.




Der nächste Patient ist ein 5-jähriger Junge mit Hydrozephalus, welcher aufgrund seiner Beeinträchtigung nicht gehen kann. Am Anfang der Therapie werden verschiedene Übungen auf der Liege gemacht, zum Beispiel knien. Dieser Junge kann sprechen und versucht mit seinem Schalk immer wieder, von den Übungen abzulenken. Zum Schluss kommt die Steh-Übung im Standing. Dazu wird er in liegender Position auf einem Gestell mit Gurten befestigt und dieses anschliessend langsam in die Senkrechte gehoben. Dies ist nur zu zweit möglich. Saida und Wizzy lenken den Jungen auf spielerische Weise ab, damit er nicht zu schnell aufgibt. Die ungewohnte Position verunsichert ihn, doch wenn er abgelenkt ist, scheint sie ihm keine Beschwerden zu machen. Sobald Ermüdung erkennbar ist, gibt es eine Pause. Dann folgen weitere Versuche, bis es schliesslich genug ist für heute.




Der nächste Patient, ein etwa 8-jähriger Junge, kann zwar gehen, hat aber Mühe mit dem Gleichgewicht. Deshalb wird dieses in der Therapie mit verschiedenen Übungen spielerisch trainiert. Es wird Fussball gespielt, auf einem Balken balanciert, über Treppen und Leitern gestiegen und in verschiedenen Positionen mit Bällen geworfen. Auch diesem Jungen ist die Freude an der Therapie anzusehen.



Nach zwei Stunden verabschiede ich mich von Saida und Wizzy, tief beeindruckt von den Schicksalen, aber auch voller Hoffnung und Zuversicht für diese Kinder. Die Arbeit hat erst begonnen, in den kommenden Monaten kann noch viel erreicht werden.



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