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Erste Überraschungsmomente❤️

  • 10. Juni 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Als wir Manswab Anfang April kennenlernten, erlebten wir ihn immer nur liegend. Fähigkeiten wie robben, kriechen, sich drehen, sitzen oder gehen, hatte er nicht. Nicht nur aufgrund seiner beschränkten Fähigkeiten würdet ihr mir nicht glauben, dass er bereits sechs Jahre alt ist, sondern auch weil er noch sehr klein ist.

Die meisten Babys können ihren Kopf im Alter von circa vier Monaten selbständig gegen die Schwerkraft kontrollieren. Trotz seinen sechs Jahren war auch diese Kopfkontrolle bei Manswab noch nicht vorhanden. Wenn er auf dem Rücken lag, konnte er den Kopf zwar selbständig etwas hin und her drehen, sobald man ihn jedoch trug, musste man seinen Kopf gut stützen.

 

Ein Junge mit Cerebralparese beim Sitztraining
Ein sechs jähriger Junge übt Kopfstabilität
Ein Junge mit Cerebralparese und seine Therapeutin bei der Therapie

Auch wenn er für sein Alter viele Meilensteine der Entwicklung zurückliegt, viel mir sofort sein Potenzial auf. Er ist immer sehr neugierig und hat grosse Freude an der Therapie. Dies merkt man stark, auch wenn er sich nicht verbal ausdrücken kann. Wir machten viel unterstütztes Sitztraining zur Erkundung der Kopfstabilisation. Zudem führten wir weitere spezifische Massnahmen durch. Dabei nutzten wir den Klang von Glöcklein, denen er mit seinem Blick interessiert folgte. Seine Liebe für Musik war schnell spürbar, wodurch wir einen einfachen Weg fanden, um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

 

Vor einigen Tagen, während wir im selben Raum mit Manswab, Therapie mit einem anderen Kind machten, überraschte er uns plötzlich. Er fing an sich aus der Bauchlage hochzudrücken und seinen Kopf gegen die Schwerkraft abzuheben. Zudem versuchte er seinen Körper vorwärtszubewegen, was ihm auf seine eigene Weise und mit langsamem Tempo gelang. Auch wenn es vielleicht noch nicht nach viel wirkt, ist das ein riesiger Fortschritt und ich bin unglaublich stolz auf ihn. Seine Entwicklung in dieser kurzen Zeit (man muss bedenken, dass die Schule aufgrund von Urlaub noch ein Monat geschlossen war) zeigt mir, dass ich mich in seinem Potenzial nicht getäuscht habe. Es gibt mir sehr viel Hoffnung, dass dies erst der Anfang ist und er uns noch weitere Freudemomente verschaffen wird. Ganz viel Liebe für diesen kleinen, kämpferischen Jungen!

Fun Fact über Manswab zum Schluss: er hat eigentlich Angst vor weissen Menschen oder mag sie nicht besonders. Normalerweise beginnt er immer zu weinen, wenn sie in seine Nähe kommen. In der ersten Therapie konnte ich nicht mit ihm alleine sein und durfte ihn auch nicht tragen, weil er sonst weinte. Inzwischen hat er jedoch gemerkt, dass ihm die Therapie gut tut und Freude daran gefunden, weshalb ich ihn tragen darf und auch mit ihm ganz alleine sein kann, ohne dass er sich dabei unwohl fühlt oder weint.

 
 
 

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